Studierende in besonderen Lebenslagen


Inhalt    

  • Kontakt: Beauftragter für Studierende mit Behinderung und chronische Krankheiten der EAH Jena
  • Unterstützung bei Wohn-, Studienfinanzierungs- und Finanzierungsbeihilfefragen
  • Nachteilsausgleich im Studium bei Prüfungen
  •  Barrierefrei studieren, Parkausweise
  • weitere Informationen und Beratungsstellen
  • Hinweise für Lehrende
  • Rechtsgrundlagen
Hinweise für Änderungen an: qm(at)eah-jena.de - letzte Aktualisierung: 09/16  
 

Kontakt


Der Beauftragte für Studierende mit Behinderung und chronische Krankeiten

Kontakt:
Prof. Dr. Jörg Schulz
Tel.: 03641 / 20 58 24

http://www.sw.eah-jena.de/fachbereich/personen/lehrende/joerg-schulz/

Die Aufgaben der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen finden ihre rechtliche Grundlage im Hochschulrahmengesetz (§ 2 Abs. 4), des Thüringer Hochschulgesetzes (§ 5 Abs. 5) und in der Grundordnung der EAH Jena (§ 3 Abs. 7 und § 24). Zu den Aufgaben der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen gehören im wesentlichen, die verschiedenen Angebote für behinderte und chronisch kranke Studenten zu koordinieren, die Interessen der Betroffenen innerhalb der Hochschule zu vertreten und ihnen in einzelnen Konfliktfällen beratend zur Seite zu stehen.

Studienbewerber und Studierende mit Behinderungen sollten sich auf jeden Fall möglichst frühzeitig an den Beauftragten für Studierende mit Behinderungen wenden, um über die Notwendigkeit, die Art und den Umfang eines Nachteilsausgleiches zu beraten und die Ansprüche durchzusetzen. Die Ausgestaltung der Ausgleichsmaßnahmen ist immer individuell zu regeln. Sie müssen beantragt werden. Mögliche Formen des Nachteilsausgleichs sind:  
  • schriftliche Ergänzungen mündlicher Prüfungen für hörbehinderte Studierende oder Studierende mit Sprachbehinderungen
  • Zeitverlängerung für Hausarbeiten, Klausuren usw.
  • Verlängerung der Prüfungszeit, wenn Unterbrechungen der Prüfungsvorbereitungen wegen schlechten Gesundheitszustandes notwendig waren.
  • besondere finanzielle Regelungen für Studierende mit Behinderung u./o. chronischer Krankheit ​
 

Unterstützung  bei Wohn-, Studienfinanzierungs- und Finanzierungsbeihilfefragen 

wohnen für studierende mit Beeinträchtigungen


  • Studierendenwerk Thüringen: Wohnen mit Handicap
  • Studierendenwerk Thüringen: Sozialberatung
    Sozialberaterin Annett Kretschmer, Tel.: 03641 / 93-10 25, annett.kretschmer@stw-thueringen.de
    Ernst-Abbe-Platz 5, 07743 Jena
  • Neben der Studienfinanzierung kann eine chronische Erkrankung bzw. Behinderung zusätzliche Kosten für Medikamente, Assistenzen usw. verursachen.
    Die Ansprechpartner/innen der Beratungsangebote des Studierendenwerks Thüringen (BAföG-Amt, Sozialberatung) unterstützen bei der Beantragung von Leistungen zur Studienfinanzierung und der Finanzierung des behinderungsbedingten Mehrbedarfs in Studium und Alltag.
 

Nachteilsausgleich im Studium bei Prüfungen

Entstehen durch eine chronische Erkrankung, Behinderung oder Teilleistungsstörung organisatorische, zeitliche oder sonstige Probleme mit den Anforderungen von Studien- oder Prüfungssituationen, kann durch

  • formlosen Antrag
  • Vorlage eines ärztlichen oder gleichwertigen Attests, das die Auswirkungen der Behinderung auf das Studium und mögliche Modifikationen darlegt

ein Nachteilsausgleich beantragt werden. Das Attest kann von Therapeuten, Fach- oder Hausärzten stammen. In manchen Fällen ist ein Betriebsärztliches Attest notwendig. Diagnostische Tests (z. B. bei Lese- und Rechtschreibschwäche) sollten nicht älter als 5 Jahre sein. Eine Diagnose muss in beiden Schreiben nicht genannt werden.
Wichtig ist, dass der Nachteilsausgleich vor einer Prüfung beantragt und vom zuständigen Prüfungsamt bewilligt wird. Nachteilsausgleichende Maßnahmen dürfen sich nicht auf die Bewertung von Studien- und Prüfungsleistungen auswirken und nicht in Leistungsnachweisen oder Zeugnissen dokumentiert werden.

Anmerkung: Bitte prüfen Sie die Informationen auf den Seiten Ihres Prüfungsamtes zu fachspezifischen Festlegungen (Antragsverfahren, Zeitpunkt der Antragstellung) ->PA I (FB BW, FB MB), PA II (FB SW, FAQ-Nachteilsausgleich), PA III (FB SciTec, FB ET/IT, FB MT/BT), PA IV (FB WI)

  • Antragsverfahren und Nachweise: Informationen und Hinweise
  • Was können Nachteilsausgleiche sein?
  • Nachteilsausgleiche können beim Studienzugang, während des Studiums und bei Prüfungsleistungen Erschwernisse abbauen. Sie können dauerhaft oder einmalig gewährt werden. Sie sollten immer im Einzelfall geprüft und mit dem individuellen Bedarf der bzw.  des Studierenden abgesprochen werden.
    Beispiele für Nachteilsausgleiche bei Prüfungsleistungen:
    • Verlängerung der Bearbeitungszeit bei Prüfungen, Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten (z.B. bei Legasthenie, motorischen Einschränkungen, krankheitsbedingten Konzentrationsverlusten, ADS, Asperger Syndrom)
    • Erholungspausen bei Prüfungen (z. B. bei Sehbeeinträchtigungen, Einnahme von konzentrationsbeeinträchtigenden Medikamenten)
    • eigener Bearbeitungsraum bei Prüfungen (z. B. bei krankheitsbedingten Konzentrationsstörungen, Asperger Syndrom)
    • Aufteilung von Prüfungsleistungen in Teilleistungen
    • Personelle oder technische Unterstützung bei Prüfungen (z. B. GebärdensprachendolmetscherInnen)
    • Ersatz einer Prüfungsform durch eine andere (z. B. mündlich statt schriftlich, Einzel- statt Gruppenprüfung, Hausarbeit statt Referat)
    Beispiele für Nachteilsausgleiche im Studienverlauf
    • Ton- und Videomitschnitte der Lehrveranstaltung
    • Ersatz obligatorischer Präsenzzeiten (z. B. bei chronischen Erkrankungen)
    • Vorlesungsskripte und Handouts zur Vor- und Nachbereitung
    • Modifikation von Praktika
Anmerkung:
"Durch den Nachteilsausgleich bei Studien- und Prüfungsleistungen werden die fachlichen Anforderungen an die Prüfungskandidatinnen und -kandidaten nicht verringert. Es handelt sich bei einem Nachteilsausgleich nicht um eine Erleichterung, sondern nur um eine bedarfsgerechte Gestaltung von Bedingungen, um Studierenden mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung das Absolvieren von Studien- und Prüfungsleistungen unter gleichwertigen Bedingungen zu ermöglichen. Es müssen im Vorfeld jeder Studien- und Prüfungsleistung nachteilsausgleichende Maßnahmen individuell festgelegt werden.
Nachteilsausgleichende Maßnahmen dürfen sich nicht auf die Bewertung von Studien- und Prüfungsleistungen auswirken.
Behinderung ist nicht gleich Behinderung. Nachteilsausgleiche beziehen sich stets auf die individuellen Besonderheiten und Möglichkeiten von Prüflingen und sollen deren Chancengleichheit gegenüber nichtbehinderten Prüflingen wahren. Somit können auch keine allgemeinverbindlichen Angaben über Prüfungsmodifikationen getroffen werden. Generell sollte jedoch der Anspruch gelten, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die spezifischen Bedürfnisse der Prüflinge mit Behinderungen zu berücksichtigen." 
Beauftragter der HSL für Studierenden mit Behinderung und chron. Erkrankung, Uni Würzburg, Nov. 2010  http://www.behindertenbeauftragter.uni-wuerzburg.de/fileadmin/32500250/_temp_/Broschuere_Nachteilsausgleich.pdf 

Barrierefrei Studieren, Parkausweise  

  • Alle Hörsäle, Seminarräume und Labore in unseren Gebäuden können Sie über Aufzüge und Rampen erreichen.
  • Es gibt in allen Häusern behindertengerechte Toiletten. (weitere Informationen: Referat 4-> Link )
  • Sonderparkplätze für Menschen mit einer Beeinträchtigung (Gehbehinderungen) finden Sie auf unseren Parkplätzen am Haus 3 und am Haus 5. Die Freischaltung der Hochschulkarte (THOSKA) für diese Sonderparkplätze erhalten Sie im ServiceZentrum "Informatik" . (Link zum ServiceZentrum "Informatik")
 
   

 

Anmerkung für lehrende

Studierende mit Behinderung bzw. chronischer Erkrankung sind oftmals auf inklusive Lehr- und Lernbedingungen angewiesen. Wenn Lehrende die Barrierefreiheit bei der Veranstaltungsplanung und der Erstellung von Studienmaterialien berücksichtigen, haben alle Studierenden die Möglichkeit gleichberechtigt an den Lehrveranstaltungen teilzunehmen.
 
  • Studieren mit Sinnes- oder Mobilitätsbeeinträchtigung bedeutet oft einen Mehraufwand an Zeit und finanziellen Mitteln.
  • Unter  der Bezeichnung „chronische Erkrankung“ versteht man Krankheiten, die seit mindestens 6 Monaten bestehen. Diese Erkrankungen können physischer und psychischer Natur sein. Krankheiten und auch Nebenwirkungen von Medikamenten, die aufgrund einer Erkrankung eingenommen werden müssen, können das Studieren erschweren. Betroffene müssen wissen, dass sie durch ihre Beeinträchtigung berechtigt sind, Nachteilsausgleiche einzufordern.
  • Der „Leitfaden Inklusive Lehrveranstaltungen“ der FH Erfurt gibt allgemeine Hinweise zur Gestaltung barrierefreier Hochschuldidaktik und konkrete Tipps zur Berücksichtigung der Belange Studierender mit Behinderung bzw. chronischer Erkrankung in Studium und Lehre.
Laut bundesweiter Erhebungen des Deutschen Studentenwerkes haben 8% der Studierenden studienerschwerende Beeinträchtigungen. Nur wenige Betroffene beanspruchen das Recht auf Nachteilsausgleich, auch aus Sorge vor Sonderbehandlungen. Stigmatisierung und Verdächtigungen auf Missbrauch und oder Nichteignung für ein Studium.
 

 

   Rechtsgrundlage  

  • Grundgesetz:
    • Artikel 3: (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz: Abschnitt 1 – Allgemeiner Teil
    • § 1 Ziel des Gesetzes
      Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.
      § 2 Anwendungsbereich
      (1) Benachteiligungen aus einem in § 1 genannten Grund sind nach Maßgabe dieses Gesetzes unzulässig in Bezug auf:
      1. die Bedingungen, einschließlich Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen, für den Zugang zu unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, unabhängig von Tätigkeitsfeld und beruflicher Position, sowie für den beruflichen Aufstieg,
      2. die Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen einschließlich Arbeitsentgelt und Entlassungsbedingungen, insbesondere in individual- und kollektivrechtlichen Vereinbarungen und Maßnahmen bei der Durchführung und Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses sowie beim beruflichen Aufstieg,
      3. den Zugang zu allen Formen und allen Ebenen der Berufsberatung, der Berufsbildung einschließlich der Berufsausbildung, der beruflichen Weiterbildung und der Umschulung sowie der praktischen Berufserfahrung,
      4. die Mitgliedschaft und Mitwirkung in einer Beschäftigten- oder Arbeitgebervereinigung oder einer Vereinigung, deren Mitglieder einer bestimmten Berufsgruppe angehören, einschließlich der Inanspruchnahme der Leistungen solcher Vereinigungen
      5. den Sozialschutz, einschließlich der sozialen Sicherheit und der Gesundheitsdienste,
      6 .die sozialen Vergünstigungen,
      7. die Bildung,
      8. den Zugang zu und die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, einschließlich von Wohnraum.

      (2) Für Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch gelten § 33c des Ersten Buches Sozialgesetzbuch und § 19a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch. Für die betriebliche Altersvorsorge gilt das Betriebsrentengesetz.

      (3) Die Geltung sonstiger Benachteiligungsverbote oder Gebote der Gleichbehandlung wird durch dieses Gesetz nicht berührt. Dies gilt auch für öffentlich-rechtliche Vorschriften, die dem Schutz bestimmter Personengruppen dienen.

      (4) Für Kündigungen gelten ausschließlich die Bestimmungen zum allgemeinen und besonderen Kündigungsschutz.
  • Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes und Hochschulrahmengesetz​:
    • § 2 Abs. 4
      Die Hochschulen tragen dafür Sorge, dass behinderte Studierende in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können.

      § 16 Satz 4
      Prüfungsordnungen müssen die besonderen Belange behinderter Studierender zur Wahrung ihrer Chancengleichheit berücksichtigen.