Ein EKG für Sepsis?


Neueste Forschungen gegen Infektionskrankheiten beim Jenaer Technologietag

(29. Oktober 2010) Nein, ein „EKG“ für die Sepsiserkennung gibt es nicht. Noch nicht. Drei Tage dauert es, bis der Befund durch eine Blutprobe feststeht. Doch wäre eine Neu-Entwicklung für eine schnellere Diagnose bei Sepsis und Infektionskrankheiten dringend nötig. Je schneller erkannt, umso höher ist nicht nur die Chance für eine erfolgreiche Behandlung, sondern vielfach überhaupt die Chance für das Überleben. Die Todesrate durch Sepsis steigt in den Industrieländern jährlich um 7%; in Deutschland sterben daran täglich 140 Menschen. Dies ist kaum im Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Der Jenaer Technologietag stellt am kommenden 8. November das Thema „Infektionskrankheiten“ und innovative Technologien zur ihrer Bekämpfung in den Mittelpunkt.  Auf der heutigen Pressekonferenz in der FH Jena sprachen u.a. Prof. Dr. Axel Brakhage, Direktor des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infek­tionsbiologie, Hans-Knöll-Institut (HKI), Jena, Prof. Dr. Konrad Reinhart, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des Jenaer Universitätsklinikums und Prof. Dr. Andreas Voss, Fachbereich Medizintechnik und Biotechnologie der FH Jena, über die Schwerpunkte der interdisziplinären Tagung.

Seit Jahrzehnten arbeiten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Infektions- und Sepsisforschung. In Kooperation mit Biotechnologie- und Gerätetechnikunternehmen entwickeln sie diagnostische Werkzeuge und therapeutische Ansätze, die den Medizinern eine schnellere und genauere Identifizierung von Infektionserregern ermöglichen sollen. Die Forschungen in Jena und Thüringen gelten weltweit als vorbildlich. Vor kurzem wurde in New York eine internationale „Sepsis-Allianz“ gegründet, deren Vorsitz Prof. Dr. Reinhart innehat.

Der Jenaer Technologietag (JeTT) im Haus 4 der FH Jena ist somit eine Veranstaltung von ebenso regionaler, wie internationaler Bedeutung. Das Tagungsprogramm im Hörsaal 6 wird von Prof. Dr. Reinhart und Prof. Dr. Brakhage, beide auch Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates des diesjährigen JeTT sowie von vielen weiteren Experten aus Medizin, Forschung und Anwendung gestaltet. Als Keynote-Sprecher wird, neben  Prof. Dr. Konrad Reinhart, Dr. Trevor Francis Peter, Lead Scientist, Diagnostics der Clinton Health Access Initiative, aus Boston, USA, erwartet.

Träger des JETT sind der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) Jena, die Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Jena-Süd, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Jena, die Stiftung für Technologie, Innovation, und Forschung Thüringen, der Technologie- und Innovationspark (TIP) Jena und die Fachhochschule Jena. Seit 2004 stellt die Tagung, die von zahlreichen Förderern unterstützt wird,  jährlich ein Thema in den Mittelpunkt, das für die Entwicklung innovativer Technologien von hoher Bedeutung ist. Die begleitende Industrieausstellung in der Aula der Fachhochschule bietet nicht zuletzt ein weiteres Forum für den Erfahrungsaustausch.

 
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sn