„Jena social 2005“ am Dienstag 7. Juni 2005


Studentische Fachtagung zur Sozialpolitik an der Fachhochschule Jena beschäftigt sich mit den Strukturproblemen des deutschen Bildungswesens

Wir laden Sie namens der vorbereitenden Studentengruppe und der Fachhochschule Jena nochmals ganz herzlich zur studentischen Fachtagung „Schwache Kinder oder schwaches Bildungssystem?“ am kommenden Dienstag 7. Juni in der Fachhochschule Jena ein.

Gegenüber der angekündigten Planung ergab sich eine Änderung bei der politikorientierten Podiumsdis-kussion (11 bis 12.30 Uhr): Staatssekretär Kjell Eberhardt (Kultusministerium Thüringen) war kurzfristig verhindert. Dankenswerterweise sagte Herr Bernward Müller, MdB, Mitglied im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung als CDU-Vertreter zu.
Damit sind zu gleichen Teilen die Landes- und die Bundesebene auf dem Podium repräsentiert, was angesichts der gegenwärtigen bildungspolitischen Diskurse und vor dem Hintergrund der vermutlich anste-henden Bundestagswahl sicherlich angemessen erscheint.

Folgende drei Themenkomplexe sollen in der Podiumsdiskussion zu Sprache kommen:

1. Ist die Ganztagsschule ein Modell für alle (Beispiel Frankreich) oder für wie viele? In dieser Runde geht es um die Spannung von Modellen und tatsächlicher Realisierung, einerseits am Beispiel Thüringen, andererseits durch die Bundespolitik.

2. Da sich die soziale Ungleichheit (Kinderarmut, 2. Armuts- und Reichtumsbericht) eher noch verschärft: können die schlechteren Bildungschancen der Benachteiligten durch Studiengebühren erhöht werden? Die wahrscheinlich in der künftigen Bundesregierung vertretenen Parteien wollen Studiengebühren einführen. In dieser Runde geht es um eine Diskussion darüber, ob den Politikern klar ist, welche Folgen die Vermarktlichung des Bildungswesens für die Chancen-gleichheit hat.

3. Die PISA-Studien zeigten, dass das deutsche Bildungssystem soziale Ungleichheiten signifikant verstärkt. In den USA, Großbritannien und den skandinavischen Ländern existieren in der Regel Einheitsschulen bis zur 8. Klasse. In dieser Runde geht es um die Frage, welches Niveau an Bildungsangeboten alle Kinder bis zum Ende der Sekundarstufe I erhalten sollen, von der Kita, der Vorschule bis hin zu einer Einheitsschule. Welche Rolle spielen Fakten, welche politische Ideologien? Wann verlässt Deutschland die Ideologie des dreigliedrigen Schulsystems?


 
Für Rückfragen können Sie die Unterzeichnende oder den verantwortlichen Ansprechpartner Prof. Dr. Michael Opielka unter der e-mail-Anschrift: michael.opielka@fh-jena.de bzw. unter der Nummer: 0177-3772292 erreichen.
Sigrid Neef