Magnetfelder aus Zimmerwänden


Projektgruppe der FH Jena findet und beseitigt Störfeldquellen

In einem Thüringer Studentenwohnheim wurden kürzlich Störungen der Monitorbilder von Fernsehgeräten und Computern festgestellt, die sich als geometrische Verzerrungen und falsche Farben manifestierten. Der Eigentümer des Gebäudes beauftragte daher eine für magnetische Fragen spezialisierte Projektgruppe der Fachhochschule Jena (Leiter: Prof. Dr. Matthias E. Bellemann, Gastwissenschaftler: Prof. Dr. Wilfried Andrä), die Ursachen zu ermitteln und die Störungen zu beseitigen.
Erste Untersuchungen ergaben, dass die Störungen von statischen Magnetfeldern verursacht wurden, deren Quellen vermutlich in den Wänden aus Beton-Fertigelementen lokalisiert waren. Im Rahmen eines Forschungsauftrags wurden ausführliche Messungen der räumlichen Magnetfeld-Verteilung durchgeführt (Abb. 1). Der Vergleich der ermittelten Magnetfeld-Verteilung (Abb. 2) mit den bautechnischen Unterlagen zeigte, dass die Knotenpunkte von so genannten Gitterträgern, die in den Wandelementen eingegossen sind, als Quellen angesehen werden müssen. Die Absolutwerte der gemessenen Felder erreichten dabei den zehnfachen Wert des Erdmagnetfeldes und waren damit an der Grenze des für Herzschrittmacher zugelassenen Grenzwertes.
Die Beseitigung oder Vermeidung solcher Störfelder hat zwei Aspekte:
• In fertigen Gebäuden müssen die besonders starken Störfeldquellen beseitigt werden.
• Der Herstellungsprozess der betreffenden Beton-Fertigteile muss so gestaltet werden, dass derartige Quellen für Störfelder nicht entstehen können.
Die dauerhafte Beseitigung vorhandener Störfeldquellen wurde im Rahmen des vorliegenden Forschungsauftrags für ein bereits vorhandenes Gebäude an einigen ausgesuchten Stellen erfolgreich durchgeführt und kann in anderen vergleichbaren Fällen ebenfalls erfolgen.
Der zweitgenannte Aspekt konnte nicht abschließend bearbeitet werden. Mit Firmen der Bauindustrie wurde jedoch über Prozess-Varianten verhandelt, die das Vermeiden der schädlichen Magnetfeldquellen ermöglichen können.
Der Auftraggeber erhielt einen ausführlichen Bericht, in dem die Ergebnisse der experimentellen und theoretischen Untersuchungen dokumentiert sind.


Kontakt: Prof. Dr. M. Bellemann
Tel. 03641 – 205 640
matthias.bellemann@fh-jena.de