Ab 2008 erster berufsbegleitender Bachelorstudiengang Optometrie in Deutschland


Vertragsunterzeichnung zwischen Fachhochschule Jena und Zentralverband der Augenoptiker
(14. Dezember 2007) Prof. Dr. Gabriele Beibst, Rektorin der Fachhochschule Jena, Thomas Nosch, Präsident des Zentralverbandes der Augenoptiker (ZVA, Düsseldorf) und Günther Neukirchen,  Leiter des ZVA-Fortbildungszentrums Knechtsteden/Rhein-Kreis Neuss, unterzeichneten am 12. Dezember einen Kooperationsvertrag zur Einrichtung des deutschlandweit ersten berufsbegleitenden Bachelorstudienganges Optometrie. Standort des Studiengangs ist das in Knechtsteden seit 2003 ansässige ZVA-Fortbildungszentrum, die Akademie des Bundesinnungsverbandes der Augenoptiker.

Als Bundesfachakademie des deutschen Zentralverbandes der Augenoptiker (ZVA) kann das ZVA-Fortbildungszentrum im Rheinland auf nahezu 30 Jahre Erfahrung in der augenoptischen Fort- und Weiterbildung zurückgreifen. Das umfangreiche Knowhow und die hervorragende technische Ausstattung ermöglichten die Kooperation mit der FH Jena zur Einrichtung des Studiengangs. Damit zählt das ZVA-Fortbildungszentrum auch weiterhin zur Spitze der augenoptischen Fort- und Weiterbildung in Deutschland.

Mit der Fachhochschule Jena konnte ein Kooperationspartner für das anspruchsvolle Projekt gewonnen werden, der neben der pädagogisch-didaktischen Kompetenz einer modernen Hochschule ein umfangreiches augenoptisches Knowhow und beste Reputationen im Berufsstand mit einbringt. Der neue Studiengang gehört dem Fachbereich SciTec der FH Jena an. SciTec, im Frühjahr 2005 aus den Fachbereichen Feinwerktechnik, Physikalische Technik und Werkstofftechnik hervorgegangen, ist mit 25 Professoren, 25 Mitarbeitern und über eintausend Studenten der größte Fachbereich der Hochschule, mit einem breiten Spektrum an naturwissenschaftlich-technischer Kompetenz und umfangreicher Laborausstattung.

Der berufsbegleitende neue Studiengang, dessen Start zum Wintersemester 2008 mit 20 Studenten geplant ist, bietet ein in Deutschland einmaliges Bildungsangebot, durch das den Augenoptikern neue und zukunftsweisende Bildungs- und Karrierechancen ermöglicht werden. Das innovative Bildungsprojekt wurde von Prof. Wolfgang Sickenberger, dem Leiter des Studienganges Augenoptik an der FH Jena, initiiert.

Ein wichtiger Unterschied zu bereits existierenden universitären augenoptischen Studienangeboten ist, dass die Studenten während ihrer gesamten Studienzeit berufstätig bleiben können. Dadurch wird die gerade in der Augenoptik so immens wichtige Verzahnung von theoretischem Wissen und der Anwendung in der Praxis auf eine optimale Weise gewährleistet. Durch sein innovatives Studienkonzept eröffnet dieser Studiengang allen Augenoptikern den Weg zur Höherqualifizierung, die aus den unterschiedlichsten Gründen kein Vollzeitstudium absolvieren können oder möchten.

Eine weitere Besonderheit des Studiengangs besteht in seiner innovativen und modularen Konzeption. Erstmalig werden Kompetenzen aus einem speziellen Meisterkurs vollständig auf ein Hochschulstudium angerechnet. In den ersten vier Semestern bereiten sich die Studierenden in einem besonderen, auf die Belange eines späteren Hochschulstudiums optimierten Lehrgangs auf die Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk mit Prüfung vor der Handwerksammer Düsseldorf vor. Nach der erfolgreich abgelegten Meisterprüfung steigen die Studenten in das 5. Studiensemester ein, um sich auf ihren Abschluss als Bachelor of Science Optometrie vorzubereiten.

Durch diese Konzeption tritt das Bachelorstudium nicht in Konkurrenz zu bestehenden Bachelor- Vollzeitstudiengängen anderer Hochschulen oder den auch weiterhin durch die Akademie angebotenen ZVA-Meisterkursen. Während ihres Studiums werden die Studenten drei mal vier Wochen im Jahr an den Vorlesungen in Knechtsteden teilnehmen, während sie die restlichen neun Monate ihren Unternehmen zur Verfügung stehen. Die weiteren Lehrinhalte werden dann in eLearningphasen und im Selbststudium absolviert. Insgesamt umfasst das Studium acht Semester.

Eine Einschreibung ist einmal im Jahr möglich, wobei neben dem Gesellenbrief auch die erworbene Fachhochschulreife nachgewiesen werden muss. Das Interesse der Berufsangehörigen scheint groß zu sein, da bisher bereits über 140 Anfragen zum berufsbegleitenden Optometriestudium vorliegen.


Informationen und Kontakt:

Fachhochschule Jena
Fachbereich SciTec
Prof. Wolfgang Sickenberger
Tel. 03641 - 205 350
E-Mail: augenoptik@fh-jena.de


sn