Das Goldene Vlies Thüringens


Pflanzen in der Textilfärbung - regionale und globale Bedeutung am Beispiel des Indigos


(09. Januar 2008) Am 15. Januar referiert Prof. Dr. Bernd Rudolph um 19.30 Uhr in der Bibliothek der Fachhochschule Jena über die Gewinnung des blauen Textilfarbstoffes Indigo. Dabei geht er unter anderem auch auf die regionalen Traditionen des Thüringer Waids (Isatis tinctoria L.) in der Historie ein:

Den Färberwaid nannte man einst das Goldene Vlies Thüringens. Er wurde in Deutschland seit dem 9. Jahrhundert angebaut und war sehr wichtig für die Herstellung von blauem Leinen. Zahlreichen Bauern und Färberzünften besonders im Raum Erfurt verhalf er zu sprichwörtlichem Wohlstand. Im 17. Jahrhundert verlor Waid-Blau immer mehr an Bedeutung und geriet in Vergessenheit.

Was veranlasst einen Analytischen Chemiker wie Prof. Dr. Rudolph, sich mit dieser Pflanze und mit dem in seiner Färbewirkung ähnlichen Färberknöterich zu befassen? Seit Jahren forscht der Studiendekan des Studienganges Umwelttechnik (FB SciTec) der FH Jena mit seinen Studenten auch im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes auf dem Gebiet unterschiedlicher Färberpflanzen.

Heute interessieren sich die Wissenschaftler allerdings nur am Rande für die färbende Wirkung der Pflanzen. Von größerem Interesse sind u. a. ihre pilzhemmenden und vor Insekten schützenden Inhaltsstoffe. Sie werden beispielsweise für Anstrich-, Lasur- und Fassadenfarben im Baubereich genutzt.

Prof. Rudolph stellt in seinem Vortrag die Verwendung des Indigos aus unterschiedlichen Pflanzen zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe am Beispiel verschiedener europaweiter und mittelamerikanischer Projekte vor.

Der Eintritt ist frei, interessierte Gäste sind sehr herzlich willkommen.


Ringvorlesung Forum Wissenschaft und Technik
Pflanzen in der Textilfärbung - regionale und globale Bedeutung am Beispiel des Indigos
15.1. 2008, 19.30 Uhr
Fachhochschule Jena
Carl-Zeiss-Promenade 2, 07745 Jena
Haus 5, EG, Bibliothek


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