Sparen kann teuer werden


Fachleute tagten zum Thema Jugendkriminalität

(13. März 2008) Der Vorstand der Landesgruppe Thüringen in der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ) lud am 10. März zu einer Pressekonferenz in die Fachhochschule Jena ein. Anlass waren die in der Vergangenheit heftig geführten öffentlichen Debatten um gestiegene Jugendkriminalität.

Die Debatten sind verstummt, die Probleme sind geblieben so fasste die Vorsitzende  der DVJJ Thüringen und Dekanin des Fachbereichs Sozialwesen der Fachhochschule Jena, Prof. Dr. Heike Ludwig, die aktuelle Lage zusammen. Der Thüringer Verband setzt deshalb auf Öffentlichkeitsarbeit. Er will Problemlagen und Handlungsbedarf aufzeigen und nicht zuletzt Wege eines sachlich angemessenen Umganges mit Jugendkriminalität.

Die Arbeit in der Jugendstrafrechtspflege ist sehr komplex, ihre Möglichkeiten sind es jedoch auch. So zum Beispiel wird von Seiten der Fachleute des Jugendstrafrechts zunehmend der Abbau von stationären Maßnahmen - wie Heimeinweisung oder Jugendstrafvollzug - angestrebt. Jugendrichter, Sozialarbeiter und Anwälte setzen auf ambulante Maßnahmen,  beispielsweise mit  Trainingskursen zur Diversion.

Das würde eine Nutzung aller Möglichkeiten zur Erziehung bedeuten. Ambulante Maßnahmen weisen nachweislich auch eine viel niedrigere Rückfallquote als stationäre Maßnahmen auf. Sie kosten jedoch die Kommunen Geld. Langfristig hätte die Gesellschaft jedoch genau hier Einsparungen, so Prof. Ludwig, aber leider stellen wir in den Thüringer Kreisen große Unterschiede beim Umgang mit den ambulanten Maßnahmen fest.

Jugendhilfewüsten kann sich Thüringen jedoch nicht leisten. Ganz oben auf der Wunschliste der Landesgruppe Thüringen des DVJJ - dem bundesweit tätigen Fachverband für alle in der Jugendstrafrechtspflege tätigen Berufsgruppen - stehen deshalb ein neuer Dialog zwischen Jugendrichtern und Jugendämtern sowie ein Bekenntnis des Landes Thüringen zu seiner Verantwortung, verbunden mit kreativer Unterstützung.


sn