Masterstudiengang „Raumfahrtelektronik“ neu an der Fachhochschule Jena


Bewerbungen sind ab 1. Dezember möglich

(27. November 2009) Im Fachbereich Elektrotechnik/Informationstechnik der  Fachhochschule Jena startet im nächsten Semester der neue Masterstudiengang „Raumfahrtelektronik“. Interessenten können sich vom 1. Dezember 2009 bis zum 15. Januar 2010 für den Studiengang bewerben.

Der Masterstudiengang „Raumfahrtelektronik“ richtet sich an all jene, die mehr über Hintergründe, Techniken, Architekturen und Herausforderungen elektronischer Systeme für den Einsatz im Welt- raum und anderer extremer Umweltbedingungen erfahren wollen und bereits ein Bachelorstudi- um der Elektrotechnik und Informationstechnik erfolgreich absolviert haben.
Durch den Schwerpunkt der Weltraumanwendung lernen die Studierenden in drei Semestern die Arbeits- und Herangehensweise in einem spannenden Hochtechnologiegebiet kennen, bei dem sehr langlebige und robuste Geräte sowie Instrumente entstehen. Deshalb befähigen die zu vermittelnden Inhalte nicht nur zur Bearbeitung von Raumfahrtprojekten, sondern werden auch in vielen anderen Bereichen benötigt – besonders dort, wo äußerst zuverlässige, mechanisch und thermisch hoch belastbare Produkte entwickelt und produziert werden.

„Nur durch die enge Kooperation mit der Jenoptik und ihrem Geschäftsbereich Optronik, der im Bereich der Raumfahrt tätig ist und zu den Pionieren auf diesem Gebiet gehört, konnte das ehr- geizige Ziel des Aufbaus dieses Studienganges erreicht werden. So können wir den Studierenden neben den theoretischen Grundlagen einen tiefen und praxisrelevanten Einblick in die Elektronikentwicklung für den Einsatz im Weltraum geben“ erläutert Studiengangsleiter Professor Burkart Voß.

Jenoptik ist einer der führenden Instrumente- und Systemlieferanten auf dem internationalen Luft- und Raumfahrt-Markt und bietet darüber hinaus umfassende Dienstleistungen für die Auswertung erfasster Daten. Weltmarktführer ist der Konzern bei Lageregelungssensoren für Satelliten. Zu den Kunden zählen unter anderem Mitsubishi, Boeing sowie alle namhaften Raumfahrtagenturen.

Bei der inhaltlichen Gestaltung des Studienplanes gab es intensive Abstimmungen zwischen der Jenoptik und den Studiengangsverantwortlichen der Fachhochschule Jena, die auch in der konkreten Unterstützung bei der Lehre durch Mitarbeiter des Geschäftsbereiches Optronik münden.
„Die Einführung eines Studienganges ‚Raumfahrtelektronik‘ bewirkt eine weitere Profilierung der Region Jena als raumfahrttechnischer Hochtechnologiecluster, in dem hochwertige Industrietätigkeiten in der Entwicklung und Fertigung mit einer anspruchsvollen Ausbildung von Ingenieuren in den entsprechenden Gebieten verbunden werden“ erläutert Geschäftsbereichsleiter Dietmar Ratzsch.

Am Beispiel der Entwicklung einer Erdbeobachtungskamera auf einem Fernerkundungssatelliten lassen sich die Studieninhalte anschaulich erläutern:
Um das Aufnahmeprinzip einer satellitengestützten Kamera zu verstehen, sind grundlegende Kenntnisse über Satellitenbahnen und Bildaufnahmetechniken notwendig. Bei dem Start eines solchen Instruments und im Erdorbit herrschen Umweltbedingungen, die die Entwicklung der Elektronik maßgebend beeinflussen. So gibt es beim Raketenstart extreme Beschleunigungen und Vibrationen, im Vakuum des Orbits funktionieren keine

Lüfter zur Kühlung der Elektronik und die Belastung durch ionisierende Strahlung muss beim Entwurf berücksichtigt werden.
Viele Fernerkundungssysteme besitzen optische Sensoren. Deshalb sind Kenntnisse zu Spezi- fika dieser Sensoren und zur Optoelektronik wichtig. Für den Entwurf elektronischer Schaltungen gibt es einige Prinzipien, auf die näher eingegangen werden muss. Das beinhaltet vor allem Analyse- und Testschritte, Überlegungen zur mechanischen und thermischen Auslegung der Schaltungen sowie die Anpassung der Elektronik an die Umweltanforderungen. Die Anforderungen an die Zuverlässigkeit von im Orbit befindlichen Systemen sind besonders hoch, da die Geräte im Einsatz nicht reparierbar sind. Die Analyse dieser Zuverlässigkeit muss deshalb ein wichtiger Schwerpunkt sein.
Natürlich müssen die von der Kamera aufgenommenen Daten zur Erde übertragen werden, was in kommunikationstechnischen Fächern behandelt wird. Letztendlich werden auch Aspekte der analogen und digitalen Schaltungstechnik sowie der Elektronik weiter vertieft, so dass die Masterstudentinnen und -studenten der „Raumfahrtelektronik“ auch eine umfassende und solide Elektronikausbildung erhalten.

Nähere Informationen zum Studiengang, den Zulassungsvoraussetzungen und Ansprechpartnern können über die Webseiten der Fachhochschule sowie des Fachbereiches Elektrotechnik/Informationstechnik gefunden werden.


Informationen und Kontakt: Prof. Dr. Burkart Voß
burkart.voss@fh-jena.de