Die schwierigen Jugendlichen


10.Thüringer Jugendgerichtstag am 6. November in Erfurt

(25. Oktober 2013) Der 10. Thüringer Jugendgerichtstag findet am kommenden 6. November in Erfurt statt. Die Landesgruppe Thüringen der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ e.V.) veranstaltet  die Tagung im Thüringer Landtag.
 
Im Rahmen wechselnder Themen zur Jugendkriminalität setzen sich die Experten in diesem Jahr mit dem Thema: „Schwierige Jugendliche zwischen Schule, Jugendhilfe und Jugendstrafrechtspflege“ auseinander. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien durchgeführt.
 
Mit so genannten „schwierigen“ Jugendlichen, die beispielsweise die Schule vernachlässigen und Straftaten begehen, haben viele unterschiedliche Berufsgruppen zu tun. Die Jugendlichen erleben  die Begegnungen mit Lehrern, Sozialarbeitern, Polizisten, Staatsanwälten und Richtern dabei sehr unterschiedlich und zum Teil auch widersprüchlich. Oft sind viele der Jugendlichen mit Schwierigkeiten und Problemen ihrer Lebenssituation konfrontiert: mit materieller Not in der Familie, mit Gewalt, Ausgrenzung und Stigmatisierung. Das heißt, sie sind häufig mehrfach belastet und benachteiligt.
 
Umso mehr benötigen diese Jugendlichen sowohl konsequentes Reagieren bei Fehlverhalten, als auch abgestimmte Hilfe. Sie müssen ernst genommen und in den Prozess der Suche nach adäquaten  Lösungen eingebunden werden. Es kommt darauf an, sie in ihrer Lebenssituation und Biographie zu verstehen und für die Änderung ihres Verhaltens zu motivieren, nicht nur zu bestrafen. Damit sind an alle beteiligten Institutionen hohe Anforderungen gestellt.
 
Der 10.Thüringer Jugendgerichtstag wird best-practice-Projekte  in Thüringen vorstellen und dafür werben,  flächendeckend angemessene und abgestimmte Angebote zu entwickeln bzw. zu sichern. Für den Hauptvortrag konnte der renommierte Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Direktor des kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, gewonnen werden.
 

Prof. Dr. Heike Ludwig / sn