Vorbilder und Bestärkung sind nötig


Elektrotechnik-Studentinnen der EAH Jena trafen sich

 
(9. November 2016) In der vergangenen Woche waren alle Studentinnen des Fachbereichs Elektrotechnik/Informationstechnik (ET/IT) der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena zu einem Treffen eingeladen: Das Mentoring-Programm "FETZT" ist ein Angebot des Fachbereichs, um den Erfahrungsaustausch zwischen den Frauen des Bereichs anzuregen.
 
Nach wie vor studieren das Fach Elektrotechnik deutlich weniger Frauen als Männer. Allerdings ist es der EAH Jena durch die Einführung der „monoedukativen Studieneingangsphase“ im Fachbereich ET/IT gelungen, den Anteil an Studentinnen erstmals deutlich zu erhöhen.
 
Dieses Studienangebot der EAH Jena nur für Frauen in den ersten beiden Elektrotechnik-Semestern hat junge Frauen aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland an die Hochschule gelockt. Studierten in den vergangenen Jahren eine bis drei Frauen in der Elektrotechnik, sind unter den Erstis dieses Wintersemesters schon sechs Studentinnen.
 
Bei den Gesprächen des Treffens am 3. November, die mit einer Vorstellungsrunde aller Studentinnen begannen, wurden auch die Schwierigkeiten sichtbar, mit denen technikinteressierte junge Frauen zu kämpfen haben, wenn sie sich für ein Ingenieurstudium entscheiden. So gibt es leider immer noch Vorbehalte in Familien- und Freundeskreisen. Und es fehlen Vorbilder und Bestärkung.
 
Mit dem Mentoring-Programm ist ein kleines Netzwerk geschaffen worden, das Unterstützung bietet: Dazu gehören Tipps von den "höheren Semestern" für die "Erstis", Erfahrungsaustausch bei Krisen im Studium und Kommunikation über soziale Handy-Netzwerke. Im vergangenen Jahr fanden Treffen zur Karriereplanung und Zeitmanagement, aber auch zu Gender-Themen statt. Weiterhin gab es Exkursionen, um Ingenieurinnen in Firmen der Region zu treffen.
 
Alexandra Dörk, die als studentische Mitarbeiterin die Organisation des Mentoring-Progammes übernommen hat, hält auch Kontakt zu ähnlichen Gruppen an anderen Hochschulen. So wurden schon gemeinsame Aktivitäten mit den Ilmenauer Technikerinnen unternommen. Für das kommende Studienjahr sind wieder Themenabende und gemeinsame Freizeit geplant. Auch ein Besuch der Hannover-Messe ist angedacht. Außerdem möchten die „E-Technikerinnen“ ihren Kreis für Studentinnen anderer technischer Studiengänge der Hochschule öffnen.
 
Elke Bartmann-Fischer / sn